Die legendäre Ökowoche in Mallnitz fand dieses Jahr von 15. – 20. Juni statt. Die 4AHL & 4BHL verbrachten gemeinsam mit Prof. Busch, Prof. Pluskovich und Prof. Kodym 5 schöne, interessante, zauberhafte, spannende, lehrreiche aber auch anstrengende Tage im Nationalpark Hohe Tauern.

Schon bei der Anreise gab es eine kleine Komplikation, da eine Schülerin (nennen wir sie einfach „L“) den Zug versäumt hatte und sich gemeinsam mit ihrer Mutter ein Rennen gegen diesen nach Mürzzuschlag lieferte. Der Zug verlor das Rennen, (am Semmering fiel er etwas zurück) und wir waren letztendlich komplett. Was wir damals noch nicht wussten: Die Pechsträhne dieser Schülerin war damit noch nicht vorbei.

Die Reservierung hat ausnahmsweise mal funktioniert, Umstieg in Villach geschafft, pünktlich am Ziel eingetroffen. Perfektes Wetter! Nach einem gemütlichen Spaziergang entlang des Mallnitzbaches bezogen wir traditionell im Hotel Alber unser Quartier, am Nachmittag ging es dann gleich noch ins BIOS-Erlebniszentrum zu einem kurzen und interessanten Einstieg in den Nationalpark.

Dienstag = Großglocknertag! Das Wetter war wieder perfekt, (fast) alle gut waren ausgerüstet und (fast) alle frisch & munter. Von der Kaiser-Franz-Josefshöhe stiegen wir, geleitet von 2 Bergführern und einigen Murmeltieren, den steilen Weg hinab zum Pasterzensee, wobei sich 5 unerschrockene Schüler tatsächlich in die etwa 2-3 Grad kalten Fluten stürzten.

Entlang des Seeufers ging es zum Sandersee, über die Hängebrücke zum Elisabethfelsen und über die beiden Staumauern des Margaritzenstausees zum Glocknerhaus. Nach 6 Stunden Bergwanderung und kurz vor dem Ziel traf das Schicksal unsere „L“ erneut aus heiterem Himmel: Letzte Stufe > umgeknickt > Knöchel kaputt. Wie sich später im Spital in Spittal (das an der Drau) herausstellte eine Knochenabsplitterung, welche zu einem Gipsbeinchen und Krücken zur Fortbewegung führte. Bewundernswert war, dass „L“ niemals, auch nicht in den kommenden Tagen, ihre gute Laune und ihren Optimismus verlor.

Einige andere Schülerinnen und Schüler hatten sich anscheinend etwas über- und die Anstrengung unterschätzt und konnten sich in den nächsten Tagen wegen ramponierter Kniegelenke und/oder Muskelschmerzen nur mehr auf Krücken oder humpelnd fortbewegen.

Am Mittwoch mussten drei weitere Schülerinnen wegen kleinerer und größerer Wehwehchen den ortsansässigen Arzt aufsuchen und fielen daher vorzeitig aus. Eine davon hat es leider so schwer erwischt, dass sie von ihrer Mutter abgeholt wurde (hmmm).

Für alle anderen gab es Wissenswertes über wilde Kräuter, welche wir danach im BIOS-Küche frisch zu Kräutersalz  verarbeiteten. Der Nachmittag war frei.

Am Abend des selben Tages fanden wir uns zu einer gruseligen Runde „Werwölfe von Mallnitz“ mitten im finsteren Wald zusammen – der Großteil der Dorfbewohner wurde von den blutrünstigen Bestien dahingerafft, die Überlebenden flüchteten in der Dunkelheit zurück ins Quartier. Eine der Dorfbewohnerinnen, „C“, die am Vormittag schon ärztlich betreut wurde, geriet mit ihrer Hand ins zufallende Weidegatter: Knochenabsplitterung > um 01:30 mit der Rettung ins Spital in Spittal > Gips > kein Zug mehr, kein Taxi zurück > erst gegen 05:30 wieder zu Hause.

Schlimmer kanns es ja dann nicht mehr werden … denkt (oder hofft) man da irgendwie … vergeblich, wie sich herausstellte.

Donnerstag Vormittag: Geologie und Gebirgsbach im Tauerntal, am Nachmittag Ausflug zur spektakulären Raggaschlucht. Ziemlich heiß, „L“ fuhr tapfer und gut gelaunt trotzdem mit und kämpfte sich bis zum Waldcafe durch. Etwa 1/3 der Ökowochen-Teilnehmer resignierte, der Rest durchstieg die wildromantische Schlucht teilweise im Rekordtempo, sodass sich für eine Handvoll von uns eine zweite Runde über die abenteuerlichen Stege ausging.
ENDLICH EIN TAG OHNE RETTUNGSEINSATZ …

… dachten wir uns vollkommen naiv. Abendessen > Schokokuchen mit Nüssen > „F“ isst trotz Nussallergie ein Stück > ab mit der Rettung ins Spital nach Spittal > diesmal schon routiniert mit Survival-Paket > mit dem letzten Zug zurück, um 01:30 angekommen.

Freitag = Seebachtaltag! Perfektes Wetter! Die Überlebenden starteten zum etwa 14 km langen Spaziergang durch das zauberhafte Seebachtal mit seinen Farnwäldern, Sumpfwiesen, Orchideen, abenteuerlichen Holzstegen und -brücken, Quellen, Eislöchern und gewaltigen Wasserfällen, wobei einige von uns es sich nicht nehmen ließen, im Wasserfall und auch immer wieder im 5 Grad kalten Seebach zu baden. Ein zauberhafter aber anstrengender Tag!

Am Freitag gab es noch einen kleinen kaum erwähnenswerten Polizeieinsatz wegen eines Schülers, der es wagte, auf offener Straße zu rauchen … ansonsten gab es an diesem Tag und während der Heimreise keine besonderen Vorkommnisse mehr.

Juhu, wir sind fast wieder zu Hause! Jetzt kann nichts mehr passieren … dachten wir. Neunkirchen: „Bitte alle fertigmachen zum Aussteigen, Koffer bereitstellen und „L“ soll mit ihrem Gipsbeinchen zuerst aussteigen!“ „Kan Stress, Herr Prof.“ – na gut, gesagt hab‘ ich’s! Am Bahnsteig fehlten dann doch ein paar coole Mallnitz-Abenteurer, welche es nicht geschafft hatten, rechtzeitig den Zug zu verlassen, darunter „L“ Gipsbeinchen. Sie fuhren weiter bis nach Wien …

Wir freuen uns trotzdem schon auf 21. – 26. Juni 2027!